Persona 4, Klappe die 7te

Ich liebe es. Ja, ich muss gestehen ich liebe es, nicht nur der hohe Meganeanteil. Hiermit erkläre ich im übrigen Yu Narukami zum Megane der Season, wer hier Einspruch erheben möchte kann es ja einmal versuchen und mir was Besseres anbieten. Wobei ich bezweifle das dies jemand schaffen wird.

Endlich sind unsere Freunde wieder einmal zurück zu ihrer eigentlichen Aufgabe gekehrt, schicke Brillen zu tragen und unsichere Jugendliche bei ihrer Selbstfindung zu unterstützen im Therapiezentrum von Kuma, welches neuerdings sogar eine angeschlossene Wellnessoase sein eigen nennt.
Als freiwillige Helfer, ausgesandt von dem zwar finster aussehenden Igor, der allerdings die Leiden der Jugendlich nur zu gut kennt, wurde er doch selbst wegen seines Aussehens in der Schule immer gemobt. Doch wo hat ihn das hingeführt, als er endlich sein wahres Selbst akzeptiert und angenommen hat? In eine Limousine und zu einer äußerst adretten Kollegin Magaret.
Auch dieses Mal ereilt Narukami ein Hilferuf spät Nachts über den Äther und dieses Mal ist er auch so intelligent, ja man kann erkennen das er ein Level Up hatte, diesen aufzunehmen, nicht wie es im Falle von Yukiko geschehen ist, denn man weiß ja nie wann man dieses Beweismaterial gebrauchen kann. Gerade in diesem Fall, der sich um einen stadtbekannten üblen Motorradganganführer und rosa Handyanhängerbastler, Kanji, dreht kann man nie abgesichert genug sein, das weiß auch Yu.

So schnappt er sich den seine Mitstreiter und schafft es mit Hilfe des sagenumwobenen „Pinken Teddys“ und der außerordentlichen Spürnase Kumas den verwirrten Jungen zu finden.
Doch hier kommt das Problem… Sind Yu, Yosuke dieser Konfrontation gewachsen? Immerhin geht es hier um eine der Urängste eines jungen Mannes… Die Liebe zum eigenen Geschlecht. Chie und Yukiko, sollten dem besser gewachsen sein, da sie doch durchaus die feminine Seite ihres Gegenübers verstehen sollten, bzw. müssten. Doch hier kommt einmal die sehr schwer drückende schwüle Stimmung zum tragen, die beide in die Knie zwingt und nur zu verständliche Wünsche bei Yu und Yosuke erweckt.

Da setzte ein kurzer Augenblick der Wunderung bei mir ein in dem ansonsten doch durchaus durchdachten und komplexen Settings das wir hier haben. Warum sollte sich Kanji doch sehr feminines Ich ausgerechnet eine „sticky/wet“ Sequenz mit den beiden Leading Ladies wünschen? Ist hier schon seine eigentlich wahre sexuelle Orientierung zu spüren? Merkt man hier nicht, dass er nur mit seiner Umorientierung spielt? Sollten sonst nicht eher Yu und Yosuke dort auf dem Boden herumrutschen?
Nun gut… Kanji stellt sich seinem Selbst und ist ein wenig verärgert über dessen Benehmen, was leider zu diesem kapitalen Fehler führt, denn wir schon so häufig aus der Psychotherapie kennen. Seine Situation verschlechtert sich immens. Auch können unsere vier Freund Kanji nur bedingt helfen auf diesem harten Pfad der Wahrheit, aber schließlich ist es doch (einmal wieder) Yu, der mit den richtigen Worten und dem richtigen Bären den alles ausschlaggebenden Schlüsselreiz setzt.

Und so wandelt sich der hin und her gerissene Persona letztlich doch in eine stattliche maskuline Erscheinung, die ganz im Gegensatz zu dem vorherigen einiges mehr an Anklang bei der anwesenden Frauenwelt findet, um gemeinsam mit seinen neuen Freunden in eine Welt voller Abenteuer zu ziehen und nebenher der Aufklärung mysteriöser Todesfälle zu dienen.

Nun noch eine kleine Abhandlung zum Thema Persona und Tarot:

Die beiden letzten Karten, also von Kanji und von Yukiko müssten nach dem Crowleyschen Prinzip eigentlich dem Kaiser und der Kaiserin entsprechen, wobei es eigentlich klar sein sollte, das der Kaiser in diesem Fall Yukiko entspricht (man beachte die rote Farbe die für Feuer steht) und Kanjis der Kaiserin, also jeweils der gegengeschlechtlichen Karte, da beide doch ein kleines Problem mit der Überdefinition ihres Geschlechtes hatten und ihre andere Seite nur unwillig akzeptierten.
Wie sehr beide Karten Hand in Hand gehen erkennt man daran, dass sie die einzigen Karten im Tarot sind, die sich gegenseitig zugewandt sind.